It‘ s the SOS Village – Ein besonderer Ort für besondere Dreharbeiten

Es ist kurz vor fünf Uhr abends. Inzwischen haben wir in unserem Hotel im kenianischen Meru eingecheckt – die Dusche, die wir dringend nötig haben von der langen Reise von der äthiopisch-kenianischen Grenzstadt Moyale, verschieben wir auf später. Auch wenn an fast jeder erdenklichen Stelle unserer Körper und unserer Kleidung der rote Sand und Staub Nordkenias einen Platz gefunden haben, möchten wir uns noch kurz im SOS Kinderdorf in Meru vorstellen. Denn das ist die nächste Station für die Dreharbeiten der TapeTourAfrica.

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Nach der beschwerlichen Fahrt im Norden der Landes können wir über den Weg ins Dorf nur milde lächeln. Was uns dann aber am Ende des steilen, erdigen und unwegsamen Pfades erwartet, damit hatten wir alle nicht gerechnet. Ein großes blaues Tor öffnet sich, dahinter ein grünes Meer aus satter Wiese, Bäumen und Pflanzen. Es wirkt alles so unglaublich friedlich, fernab jeder Hektik der übrigen Welt, eine Oase, die einen mit offenen Armen empfängt und einlädt, sich auf sie einzulassen.

IMGP8120_SOS_Meru_JeanWir lassen uns ein! Sehr gerne sogar! Der herzliche Empfang von Jean, die unsere Ansprechpartnerin und Dolmetscherin bei dem Projekt ist, und der restlichen SOS-Crew ist mehr als herzlich – obwohl alle eigentlich schon Feierabend haben. „It’s the SOS Village!“ sagt Jean mit einem Strahlen in den Augen. „Wann immer ihr möchtet könnt ihr hier ins Dorf kommen!“ Es folgt die Einladung, im Gästehaus des Dorfes zu übernachten, die wir sehr gerne für die Nächte nach dem Hotel annehmen. Den Abend vor den Dreharbeiten beziehen wir unser Quartier im SOS-Dorf Meru. Dabei staunen wir nicht schlecht, als wir das lodgeartige Gästehaus das erste Mal sehen. Jeder hat ein Zimmer für sich, das Wohnzimmer und die Küche sind wohl grösser als bei jedem einzelnen von uns zuhause. Dann zeigen uns Jean und ihre Kollegen ihr SOS-Dorf mit 14 Häusern und einem Kindergarten. Zur Schule gehen die Kinder außerhalb des Dorfes.
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Jeden Morgen bringt sie der Busfahrer Nicolas mit dem SOS-Bus zur Schule und holt sie nachmittags auch wieder ab. Am Abend vor unseren Dreharbeiten dürfen wir bei dem Freitagabend-Treffen der SOS-Kinder dabeisein. Es ist einfach der Wahnsinn! Rund 50 Kinder singen, tanzen, lachen. Es ist schon fast ohrenbetäubend wie sie ihre Lieder schmettern, eins nach dem anderen. Pure Lebensfreude, die auch uns ansteckt! Wir geben unser Bestes – doch unsere Versuche mit den Kindern mitzuhalten, naja. Die Kinder finden es sichtlich lustig, wie wir uns verrenken und versuchen mitzusingen.

Zwischen Bananenbäumen und Bambussträuchern: Dreharbeiten unter freiem Himmel

Humprey setzt sich auf den Rattantisch, den wir als Hocker für die Kinder umfunktioniert haben. Endlich können wir unter freiem Himmel drehen. Das Wetter passt, die Location passt. Schüchtern blickt er uns an, lässt seine Beine baumeln und weiß noch nicht so recht, was jetzt passiert, auch wenn wir und unsere Dolmetscherin Jean es ihm und den anderen Kindern erklärt hatten. Wir spielen Humprey die erste Frage von Tara aus München vor. Neugierig sieht er sich das kurze Video an.

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Issac lebt im SOS-Kinderdorf in Meru

Tara möchte wissen, was Humprey in der Schule lernt. Jean übersetzt die Frage. Da sich der Großteil der Kinder mit der Muttersprache Suaheli wohler fühlt als mit Englisch, wollen die meisten auch in ihrer Sprache antworten und fragen. Jean ist nicht nur unser sprachliches Bindeglied zu den Kindern. Sie kennt jedes einzelne Kind – mit seinen Stärken und auch mit seinen Schwächen. Bei Humpreys Antwort auf Taras Frage fallen Begriffe wie Kisuaheli und Siari (Religionsunterricht). Der neunjährige Bonface hingegen erzählt uns, warum Englisch sein Lieblingsfach ist: „Da gibt es viele Plurale und Vergangenheitsformen.“ Und der achtjährige Isaac gibt uns noch eine ganz besondere Botschaft auf Kisuaheli mit auf den Weg, indem er die Kinder in Deutschland direkt anspricht: „Ich wünsche Dir alles Gute bei Allem, was Du machst. Ich wünsche mir, dass Du eines Tages Meru besuchst und siehst wie ich hier lebe. Das würde mich glücklich machen.“

Insgesamt zehn Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren haben an diesem Tag fleißig die Antworten der Kinder aus Deutschland beantwortet. Auf unsere Reise zurück haben sie uns natürlich ihre Fragen an die deutschen Kids mitgegeben.

Als kleines Dankeschön gab es am Ende des Drehtages Trikos des Handballvereins Taufkirchen (Ein herzliches Dankeschön an Frau Maier von der Grundschule Deisenhofen und den Verein für die großzügige Spende!), Stifte, Sonnencaps und Stofftiere (Auch hier ein herzliches Dankeschön an die Firma Nissan für ihre Spende!). Nach rund drei Tagen verabschieden wir uns schweren Herzens vom SOS-Kinderdorf in Meru.

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An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei der gesamten SOS-Crew Meru für die großartige Gastfreundschaft und Unterstützung bedanken! Mit Ihrer/eurer Hilfe und Ihrem/eurem Engagement haben Sie/habt ihr das Projekt „zum Leben erweckt“ – Danke! Vielleicht sehen wir uns ja bald wieder – dann mit den Antworten der deutschen Kinder in der Tasche!

Unsere erste Projektstation war die kleine Pyramide in Luxor, dann ging es zur „Kaffeezeremonie und Dreharbeiten im Wohnzimmer – im SOS-Kinderdorf Addis Abeba„. Nach dem SOS-Kinderdorf Meru fahren wir weiter gen Süden – unweit folgt schon der Äquator, dann geht’s weiter in die Kilimandscharo-Region, zu den Massai, über die Grenze nach Tansania – die nächste Station wird das SOS-Kinderdorf in Arusha sein.

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