Von Namensvettern und Lieblingsliedern – Film ab im SOS-Kinderdorf Arusha

IMGP9558_SOS_Arusha_SchuleVoller neuer Eindrücke aus Kenia und einigermaßen erholt von unserer Nacht in einem Massaidorf  (siehe Artikel im Reise-Blog) überqueren wir die Grenze nach Tansania. Kaum eingereist lädt uns Postbeamtin Ukende (siehe Artikel im Reise-Blog) zu sich nachhause auf einen Obst-Snack ein. Frisch gestärkt fahren wird dann am gleichen Tag bis Arusha weiter, weil wir auch hier das SOS-Dorf besuchen werden.
Noch bevor wir richtig in die Stadt reinfahren haben wir es auch schon zum SOS-Kinderdorf geschafft. Genaugenommen zur SOS-Hermann-Gmeiner Grund- und Sekundärschule, die  – wie das Dorf selbst – rund 13 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt. Wir sind spät dran, der Unterricht ist bereits beendet. Dennoch sind noch viele Schüler auf dem weitläufigen Gelände unterwegs – alle tragen schicke Schuluniformen. Doch das hält die Kids nicht davon ab, ausgelassen und mit vollem Einsatz Fußball auf dem saftig grünen Platz zu spielen.

IMGP9812_SOS_Arusha_SchuleSaftig grün? Seit dem Grenzübergang hat sich das Klima stark gewandelt: Die Regenzeit kündigt sich an und wir sind umgeben von riesigen Grünflächen, dafür ist die Temperatur in der Umgebung des Kilimandscharo-Massivs auf 20 Grad gefallen und es ist neblig.
Als wir auf dem Schulgelände nach Ansprechpartnern suchen lernen wir Eli kennen. Er ist Lehrer für Informatik, Mechanik und Sport. Und wieder erwartet uns große Gastfreundschaft. Obwohl er eigentlich bald Feierabend hat nimmt sich Eli die Zeit und steigt zu uns in Auto, zeigt uns den Weg zum eigentlichen SOS-Kinderdorf und zum Hotel. Abseits der gut geteerten Hauptstraße sind die Wege, vermutlich durch die zahlreichen Regenfälle, stark zerfurcht. So werden die paar hundert Meter, die die Kinder jeden Tag zu Fuß vom Dorf in die Schule gehen, für die Micras zur motorsportlichen Herausforderung.IMGP9498_SOS_Arusha_unwegsamer_Weg

Auch im SOS-Dorf wird Gastfreundschaft groß geschrieben. Kaum angekommen lernen wir Concieta, die dienstälteste Mutter, kennen. Sie führt uns durchs Dorf, das wie in Meru aus einem guten Dutzend einzelner Häuser besteht. In Arusha sind sie um eine großzügige Grünfläche herum angeordnet. Jetzt wissen wir, wo wir am nächsten Tag hinfahren müssen.IMGP9536_SOS_Arusha_Dorf_Totale2

Am nächsten Morgen erwarten und schon mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche, die an dem Projekt teilnehmen möchten. Leider können wir erfahrungsgemäß maximal zehn Kinder an einem Tag interviewen. Die Wahl fällt dieses Mal auf etwas ältere Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahre. Als Set entscheiden wir für die Veranda eines SOS-Hauses, wo wir uns technisch einrichten. Die Kids geben uns ausführliche und fundierte Antworten, oft in hervorragendem Englisch, so dass unser Dolmetscher Justine in den wenigsten Fällen aus dem Kisuaheli ins Englische übersetzt.

Zum Mittagessen hat uns Concieta in ihr Haus eingeladen. Es ist ein geschäftiges, aber organisiertes Treiben. Die Tür geht auf und zu. Die Schulkinder kommen zum Mittagessen heim. Die Kids decken den großen Holztisch ein, helfen ihrer Mutter in der offenen Küche beim Kochen und nehmen am Ende Platz auf der großen Eckbank. Bei Reis, Rindereintopf und Saft aus Roter Bete und Orangen. Nach dem Essen zeigt uns Concieta stolz ihren Garten aus dem sie die Roten Bete für den Saft geerntet hat. „Alles bio“, sagt sie. „Es ist wichtig, dass die Kinder gut essen, gute Produkte, Gemüse und Obst.“ Während sie so erzählt zeigt sie uns auch die riesigen Avocado-Bäume, die voller Früchte sind.

Nach diesem kurzen Ausflug in den Garten geht’s weiter mit den Aufnahmen. Dann erzählt uns beispielsweise Robinson ausführlich von seinem berühmten Namensvetter (genau, der mit der Insel). Die 17-jährige Hadija erklärt uns, warum Fußball ihr Lieblingssport ist und dass sie in ihrer Familie die einzige Muslima ist. Und der 14-jährige Imran erzählt uns, dass er Pilot werden möchte: „Dann habe ich Kontakt mit vielen Menschen. Und dabei werde ich auch noch reich und mache Karriere.“

Außerdem wird in Arusha fleißig gesungen. So gibt die 15-jährige Neema eines ihrer Lieblingslieder zum Besten. Sie erklärt uns:  „Der Song erzählt davon, dass Du jemanden um dich herum, in deiner Nähe hast. Dass Du jemanden hast, der dich unterstützt. Der all die Dinge tut, die dich glücklich machen. Dann verschwindet derjenige aber von einem Tag auf den anderen. Plötzlich fühlst du dich so, als ob du es nicht verdienst geliebt zu werden. Du bist total enttäuscht und traurig. Darum geht es in diesem Lied.“  Wie schon vormittags erhalten wir detaillierte Antworten und auch überraschende Fragen, so z.B. wie der Präsident von Deutschland denn heißt.

IMGP9773_SOS_Arusha_Kids_AutodachNach den Interviews werden unsere Autos zu Klettergerüsten und Rutschen umfunktioniert. Dann ist auch ein für alle Mal die Frage geklärt, wie viele Kinder auf ein Micra-Dach passen: Acht!

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten im SOS-Kinderdorf in Arusha für die Unterstützung und die Gastfreundschaft! Nur mit Ihrer/eurer Hilfe und Offenheit ist dieses Projekt möglich – Danke!

Unsere vorherigen Projektstationen waren die kleine Pyramide in Luxor, dann ging es zur “Kaffeezeremonie und Dreharbeiten im Wohnzimmer – im SOS-Kinderdorf Addis Abeba“. Nach dem SOS-Kinderdorf Arusha  fahren wir weiter durch Tansania – dann ungeplanter Weise nicht über Sambia, sondern über Malawi,  wo alles entspannt ist. Dann geht es weiter über Mosambik, Zimbabwe nach Südafrika – die letzte Station wird das SOS-Kinderdorf in Kapstadt sein.

 

 

 

 

 

 

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