Plunder, Planung & Pakete am Bosporus

IMGP0350_1Als wir gegen vier Uhr endlich ankamen, erwartete uns Istanbul im nebligen Dämmerschlaf. Das Hostel im Stadtteil Sultanahmet war schnell gefunden und trotz der späten Stunde ließen wir es uns nicht nehmen, einen ersten kurzen Spaziergang in dieser tollen Atmosphäre zu unternehmen.

Glücklich, aber auch erschöpft, verbrachten wir die Nacht im Kellergewölbe gelegenen Schlafsaals des „Istanbul Hostel“.

 

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Nach dem Frühstück am nächsten Morgen machten wir uns als erstes auf, die berühmte Hagia Sofia und die noch beeindruckendere Blaue Moschee in Augenschein zu nehmen. Gerade einmal zwei Minuten Fussweg trennten unser Hostel vom diesem Anblick:

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Da die Hagia Sofia an diesem Tag für Besucher geschlossen war, machten wir der blauen Moschee unsere Aufwartung – und wir wurden nicht enttäuscht. Zuerst durften wir uns unserer Schuhe entledigen und wenige Augenblicke später standen wir mitten drin, in diesem gewaltigen und geschichtsträchtigen Monument.

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Nach diesem kulturellen Höhepunkt machten wir uns auf die Suche nach noch benötigten Ersatzteilen und Werkzeugen. Auf unserer Einkaufsliste standen ein Öldeckel, eine Drahtbürste und eine Verlängerung für unsere Zündkerzennuss. Die Drahtbürste zum Reinigen verdreckter Zündkerzen und die Verlängerung um eben diese erst einmal schneller ausbauen zu können, denn auf in Serbien standen wir bereits vor diesem Problem, wobei sich damals das Rausschrauben der Zündkerzen sehr schwierig gestaltete.

Unser Weg führte uns dabei über den Großen Basar und schnell fanden wir mit der Drahtbürste das erste Objekt unserer Begierde in einem versteckten Lädchen.

Drahtbürste IMGP0536_1

Der sehr sympatische Ladenbesitzer wieß uns darauf hin, dass wir alles Weitere in Aksaray finden würden. Mit einer groben Richtungsweisung versehen, machten wir uns auf den Weg. Ob es sich hierbei um eine Straße, einen Laden oder einen Stadtteil oder Sonstiges handelte, wussten wir allerdings nicht. Nach einiger Zeit trafen wir Erem, einen Polizisten in Zivil, der uns in bemühtem Englisch mitteilte, dass sich Aksaray in 100 Meter Entfernung befände. Er bestand sogleich darauf uns zu begleiten. Aus 100 Metern wurden schnell 1 km und mehr, aber schließlich erreichten wir unser Ziel, den Stadtteil Aksaray.

ZündkerzennussverlängerungAksaray ist das Mekka für Autoersatzteile jeglicher Art. Werkzeug war dort allerdings nicht aufzutreiben und so war unser einziger Wermutstropfen ein neuer, wenn auch für unser Modell nicht exakt passender Öldeckel vom Nissan-Laden (wir hatten zwischenzeitlich einen unter mysteriösen Umständen „verloren“). Was wir aber zumindest bis zum späten Abend an Information zu Werkzeugen sammeln konnten, war, dass wir im Stadtteil Arap Cami fündig werden sollten.

Am nächsten Tag brachen Martin und Patrick nach Arap Cami auf. Da sich die meisten Stände und Geschäfte in diesem Teil Istanbuls thematisch um Werkzeug drehen, waren die Verlängerung und ein passenderer Öldeckel im Form eines Gummistopfens schnell gefunden. Auch ein kleiner Kompressor fürs Auto fand unterwegs noch den Weg in unseren Besitz.

Tunnelladen Jacob (mitte) mit Freund (links)

Taksim-PlatzUnterdessen machten sich Andi und Thomas auf die Suche nach einer Fährverbindung. Das Durchstreifen der Gassen nach Reisebüros, die uns bei unserer Queste helfen könnten, war leider nicht von Erfolg gekrönt. Sie erreichten schließlich den Bahnhof (Station Sirkeci).

In der Touristeninformation trafen sie auf die äußerst hilfsbereite İldenay. Durch ihre Telefonate mit einer Reederei in Mersin, konnten wir endlich sichere Informationen über die Fährverbindungen nach Zypern bekommen. Das Internet war diesbezüglich widersprüchlich und unergiebig. Unser ursprünglicher Plan die Fähre in Lavrio, Griechenland zu nehmen, existierte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Von Nordzypern aus, so unsere Vorstellung, wollten wir nach Südzypern fahren, um von dort wiederum mit einer weiteren Fähre aufs Festland überzusetzen.

Mit der Gewissheit über eine neue alternative Route Syrien auf dem Seeweg umgehen zu können, fassten wir den Entschluss am nächsten Morgen gen Mersin aufzubrechen. So konnten wir uns beruhigt und freudig unserer Abendgestaltung widmen.

Gezi-Park Touriinfo

Wir fuhren mit der Seilzugbahn zum Taksim-Platz und besuchten den Gezi-Park. Nach diesem kulturellen Leckerbissen krönten wir den Tag mit gefüllten Ofenkartoffeln in der bekannten İstiklal Caddesi.

Zutaten für Ofenkartoffeln Ofenkartoffeln

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